Unsere Projektpräsentation auf der Buchmesse 2012

Unsere Klasse 7.5 war am Freitag, dem 16. März 2012, auf der Buchmesse Leipzig, um unser langzeitiges Projekt „Ich werde Ich“ vorzustellen. Es gab sehr viele unterschiedliche und vor allem interessante Ergebnisse zu zeigen, welche wir selbst erarbeitet hatten.

Zuerst stellte die Radiogruppe dem Publikum ihre Aufzeichnungen vor, dabei konnte man hören, was Passanten, wir selbst oder Schüler der Albert-Schweitzer-Schule zu einzelnen Fragen der Behindertenproblematik antworteten. Eine Frage war zum Beispiel gewesen: „Finden Sie, es gibt einen Unterschied zwischen nichtbehinderten und behinderten Kindern und Jugendlichen?“ Viele der Leute antworteten, dass es im Grunde genommen keinen großen Unterschied gäbe. Es seien doch auch Menschen, die zwar im Unterschied zu den meisten körperlich oder geistig beeinträchtigt seien, man ihnen jedoch trotzdem ganz natürlich und „normal“ entgegenkommen solle. Es gab jedoch auch Meinungen, die mit einer anderen Sichtweise auf die Fragen blickten, die wir zumeist nicht teilen. Dies herauszuarbeiten, war aber genau der Sinn der Umfrage einer unserer Gruppen.

Anschließend folgte die Filmvorstellung, in der alles gezeigt wurde, was die verschiedenen Teams unseres Projektes in den Wochen unseres gemeinsamen Mühens erarbeitet hatten, zum Beispiel wie die Radiogruppe einzelne Abschnitte ihrer Sendung für Radio Blau schnitt, wie die Filmgruppe selbst gefilmt hatte, wie die Gestaltungsgruppe die Zeitschrift erstellte, die ebenfalls präsentiert und zum Verkauf gedruckt wurde, und natürlich die Modegruppe, die aus Papier und anderen ungewöhnlichen Materialien Kleider und modische Accessoires designte und fertigte.

Als Letztes stellte diese Gruppe ihre selbst entworfenen Stücke in einer Modenschau vor.

Schon vor unserer Präsentation waren wir alle sehr aufgeregt, am meisten jedoch sicher Yousef, der gemeinsam mit Jule vom Haus Steinstraße diese Veranstaltung vor einem großen Publikum moderierte. Während unseres großen Auftritts versuchten wir nach außen Gelassenheit zu zeigen und wurden begeistert von den anwesenden Zuschauern aufgenommen. Trotz kleinerer Pannen wurde es ein gelungener Auftritt. Das Projekt war für uns alle ein unvergessliches Erlebnis, denn jeder hat viele wichtige Dinge, über die oft sonst nur in der Schule gesprochen wird oder auch gar nicht thematisiert werden können, dazu gelernt.

Elsa und Milana, Kl. 7.5

Das Integrationsprojekt „Ich werde Ich“

Wir, die Klasse 7.5, nehmen an dem Integrationsprojekt „Ich werde Ich“, unterstützt vom Haus Steinstraße in Zusammenarbeit mit der Albert – Schweitzer - Schule und dem Anton – Philipp – Reclam – Gymnasium teil. Das Projekt besteht aus zwei Teilen. Der erste wurde vom 6. bis 9. Dezember absolviert, der zweite Teil wurde im im Januar / Februar 2012 weitergeführt.

Am Nikolaustag 2011 trafen wir uns an der Albert-Schweitzer-Schule (ASS), um mit Hilfe von verschiedenen Spielen die Klasse 7 L (Lernbehinderte) besser kennen zu lernen. Dann wurde der Verlauf der nächsten Tage erklärt und wir in vier Gruppen aufgeteilt, in denen wir verschiedene Aufgaben erledigten. In einer Gruppe wurden Interviews auf der Straße durchgeführt und Passanten Fragen, wie z. B. was sie von körperlich Behinderten halten und wie sie sich ihnen gegenüber verhalten, gestellt. Wir haben uns mit Frau Hoch, einer Mitarbeiterin des Hauses Steinstraße, über Attraktivität und Schönheit allgemein und deren Darstellung in den Medien ausgetauscht. Andere bastelten modische Accessoires aus Papier oder druckten grafische Muster.

Am nächsten Tag wurden die Angebote der Gruppen getauscht. Dadurch, dass wir uns jetzt schon ein wenig besser kannten, konnten wir uns nun auch besser unterhalten und zusammenarbeiten.

Am letzten Tag unserer Projektwoche besuchten wir alle das Stadtgeschichtliche Museum, wo wir durch eine Ausstellung über die Mode in der DDR geführt wurden. Nach dem Rundgang veranstalteten wir eine kleine Modenschau mit den während der Gruppenarbeiten entstandenen Accessoires. Danach konnten wir entscheiden, ob wir noch die Ausstellungsexponate unter bestimmten Aufgabenstellungen genauer betrachten, eine Umfrage zum Thema Mode auf dem Weihnachtsmarkt oder eine Art Fotoshooting machen wollten und danach war der letzte Tag der ersten Phase unseres Projektes vorbei.

Nach dem zweiten Teil unseres Projektes werden wir gemeinsam mit den Schülern der ASS unsere Ergebnisse durch einen Radiobeitrag bei Radio BLAU und durch eine von uns gestaltete Zeitschrift und Modenschau auf der Buchmesse Leipzig präsentieren.

Uns hat das Integrationsprojekt sehr viel Spaß bereitet, da Freundschaften entstanden sind, jeder eine Menge gelernt hat und vor allem weil wir ganz verschiedene Sichtweisen, die uns sonst nicht eingefallen wären, zum Thema Unterschiede bei Freizeitbeschäftigungen zwischen körperlich behinderten und nicht eingeschränkten Jugendlichen kennengelernt haben. So konnten wir versuchen, jede Sichtweise zu verstehen. Außerdem fanden wir schön, dass Frau Jerke dieses einzigartige Projekt für unsere Klasse in Zusammenarbeit mit dem Haus Steinstraße organisiert hat.

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Milana und Elsa

Andere Schülermeinungen:

Leon:

Das Projekt „Ich werde Ich“ hat mir gezeigt, dass körperlich behinderte Menschen nicht viel anders sind als wir „normale“ Leute. Ich glaube, dass jeder einmal mit Behinderten arbeiten muss, damit er danach seine Vorurteile ablegt.

Sara:

Ich fand sie Zusammenarbeit mit den Körperbehinderten sehr interessant, weil wir richtig schöne Sachen gemacht haben und es mir richtig viel Spaß bereitet hat.

Valerie:

Das Projekt zeigt, dass körperliche Beeinträchtigte und „gesunde“ Leute gar nicht so verschieden sind. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung des Projektes im Januar.