Impressionen 2011

„Wenn ich an diese Woche zurückdenke, fliegt mir sofort ein Lächeln ins Gesicht...“

Schüleraustausch Herzliya-Leipzig 2011/2012

09.Oktober bis 16.Oktober 2011, Israelis in Leipzig

Lange haben wir alle auf den Tag hin gefiebert, schon vorher fleißig geplant und endlich war es dann doch soweit: der 09. Oktober 2011 brach an. In diesem Jahr nicht nur ein sehr bedeutender Tag in der Geschichte unserer schönen Stadt Leipzig, sondern auch der Tag, an dem unsere israelischen Gäste aus Herzliya etwas verspätet am Bahnhof eintrafen.

Alle hielten den Atem vor Freude an, als der Zug aus Berlin in den Leipziger Hauptbahnhof einrollte und 11 „Jugendliche“ (inkl. Lehrer, der genauso frisch drauf war wie seine Schüler) mit riesigen Koffern ausstiegen und direkt auf uns zusteuerten. Dank fleißigem E-Mail-Kontakt und Foto-Austausch auf „facebook“ war es glücklicherweise keine Herausforderung, den eigenen Austauschpartner ausfindig zu machen...

Nach herzlicher Begrüßung ging es dann erst mal für jeden nach Hause um Koffer auszupacken und sich nach langer Reise zu stärken.

„Als sie dann ankamen, waren meine Sorgen (größtenteils darüber, dass sie meine letzte Nachricht noch nicht beantwortet hatte, wie ich ihren Namen aussprechen und sie begrüßen solle) schnell verflogen.“

Den Abend verbrachten wir später alle gemeinsam in der Stadt um das Lichtfest und – wie sollte es auch anders sein - Starbucks zu besuchen. Eine gute Gelegenheit, um sich mit jedem bekannt zu machen und schon jetzt die ersten ins Herz zu schließen.

Abends fielen dann alle zufrieden ins Bett und freuten sich auf die kommende Woche, die viele schöne Ziele mit sich brachte. Bautzen, Berlin und natürlich auch die Leipziger Innenstadt wurden unsicher gemacht.

Wir führten interessante Gespräche mit sorbischen Schülern, bekamen Einblicke in die jüdische Geschichte Deutschlands, bestiegen den Rathausturm und genossen den atemberaubenden Blick über Leipzig.

„Situationen in denen ich total verzweifelt war, weil mein Tagesplan nicht aufging und mein Austauschschüler immer seinen Kopf durchsetzen wollte und andererseits auch Momente wo wir so viel gelacht haben und uns tief gründig unterhalten konnten. Tage an denen ich gemerkt habe dass mein Englisch besser wurde, an denen ich angefangen habe hebräisch zu lernen. Und Stunden in denen ich vollkommen überfordert war, Minuten in denen ich wieder getröstet wurde. Unsere Gruppe war am Anfang ein wenig wirr und schüchtern durcheinander gewürfelt, aber ziemlich yala ( hebräisch „schnell“) sind wir zusammen gewachsen und waren unzertrennlich.“

Seltsamerweise fand das koschere Essen, welches wir über die Woche hier und da gut gemeint gesponsert bekamen, wenig Anklang bei unseren Gästen und wurde stattdessen lieber gegen einen Hamburger bei McDonalds eingetauscht...

Das letzte Wochenende wurde von allen noch einmal richtig genutzt: Erlebnisbad, Kleinmesse bei winterlichen Temperaturen, DVD-Abend, Shopping-Tour, Billard spielen, Cospudener See und und und. Der Spaß kam im Gegensatz zum Schlaf jedenfalls nicht zu kurz.

Nachdem die Koffer dann gepackt waren (u.a. mit geschätzten 10 Kilo Schokolade und Gummibärchen, man könnte meinen in Israel existieren keine Süßigkeiten...) und aus allen Nähten platzten ging es am letzten Tag nochmal zum gemeinsamen Brunch. Die ersten Pläne für das große Wiedersehen nächstes Jahr in Herzliya wurden geschmiedet und gemeinsam lachten wir über die schönsten Momente der vergangenen Woche. Es wurden Meinungen, Träume, Ansichten und Wünsche ausgetauscht.

Am Ende des Austausches hatte auch so ziemlich jeder auf seinem Handy eine Menge Vokabeln in der bisher noch unbekannten Sprache zum Lernen bis zum Wiedersehen. Außerdem hatten wir viel Spaß mit der Entdeckung des bisher unbekannten Ös und Üs für die Israelis.

Viele Tränen flossen über die Wangen als die Koffer dann am Sonntag Nachmittag über den Bahnsteig rollten und der Abschied näher rückte.

„Ich bin mir sicher, dass jeder von uns die anderen vermisst und sich unglaublich auf das nächste Jahr freut.“

Doch leider hat alles bekanntlich ein Ende... somit auch diese unbeschreiblich schöne Woche mit unseren israelischen Austauschpartnern in Leipzig, die allen Beteiligten viele neue Eindrücke, Erfahrungen und Freundschaften beschert hat.

Trennungen sind immer schwer, doch die Tatsache dass das Wiedersehen erst in einem Jahr stattfinden sollte, machte es für alle noch schwerer. Denn 1 Jahr ist ein langer Zeitraum, indem sich alle Teilnehmer des Austauschs noch verändern und weiterentwickeln.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle netten Sponsoren, Frau Kastner und Frau Förtsch, mit denen der Austausch überhaupt erst möglich wurde!

„Ein Schüleraustausch ist in jeder Hinsicht eine unvergessliche Erfahrung. So war auch dieser Austausch mit den Schülern aus Israel eine einzigartige, unvergessliche Erfahrung.“

von Constanze Müller, Franziska Schulze, Henriette Jarke, Josephine Marton, Nele Hartmann und allen anderen Austauschteilnehmern