Weiße Nächte, weites Land - Ein Streifzug durch die Musik Nordeuropas

Mehr als nur Flötentöne. Alle Neune!

Zwischen dem Leipziger Bachfest und dem „Klassik airleben im Rosental“  etabliert sich im Herzen der Stadt eine neue musikalische Tradition: Am 20. Juni gab es in nunmehr sechster Folge das Sommerkonzert im Ariowitsch-Haus, ein Benefiz-Konzert vom Förderverein des Reclam-Gymnasiums.

Neun Solisten aus acht Nationen beginnen ihr Konzert um sieben Uhr: Tuomas Pursio, Anna Garzuly- Wahlgren, Henrik Wahlgren, Ruth Gessler,  Nick und Odile Biard Deutsch, Claire und Henrik Hochschild, Graham Welsh. Alle haben oder hatten ihre Kinder am Reclam-Gymnasium. Sie alle neun beweisen, dass man gerade mit Musik scheinbar mühelos, aber äußerst ambitioniert Ländergrenzen und ganze Ozeane überwinden kann. Anspruchsvoll und virtuos, in Moll und Dur durchstreifen die professionellen Musiker mit ihrem Programm „Weiße Nächte, weites Land“ die Musik Nordeuropas.

Das Konzert steht diesmal unter der Leitung des launigen Oboisten Nick Deutsch, der gar kein Deutscher ist. Mancher  moderiert ein wenig, reicht kleine Episoden weiter an die Zuhörer, um sie mitzunehmen in die Geschichten ihrer Kompositionen. Wer wusste denn schon, wie der finnische Komponist Sibelius zu seinem französischen Vornamen kam? Das  fulminante Finale wurde erneut von Graham Welsh erdacht, ein tempogeladenes Medley zahlreicher französischer Melodien. Hier spielen noch einmal „alle Neune“ zur Höchstform auf, der Saal bebt und wird zum kolossalen Klangkörper. Man glaubt beinahe, es sei unsere Hymne, wenn der Bassbariton Tuomas Pursio einstimmt in die bekannte Melodie: Non, je ne regrette rien. Ein musikalisches Feuerwerk der Extraklasse.
Und nach dem Konzert ist lange noch nicht Schluss. Wie die Jahre zuvor bleibt beim herrlichen Buffet Zeit für Begegnungen, für ein herzliches Miteinander.

Zahlreiche Helfer gab es, ohne die, wie immer, das Konzert nicht zu dem geworden wäre, was es war.Dank an alle, die das möglich gemacht haben. Dank allen, die dabei waren. Wir freuen uns auf die siebente Folge im nächsten Jahr.

Jutta Eicke