Huesca – Die Stadt unseres Austausches

Wie schon so manche Jahrgangsstufe vor uns ging es für die Spanischschüler der 10. Klasse dieses Jahr vom 7. März bis zum 14. März zum Schüleraustausch nach Huesca, einer mehr oder weniger kleinen Stadt ungefähr, 3 Stunden von Barcelona entfernt.

Die Zeit uns mit unseren jeweiligen Spaniern bekannt zu machen, war dieses Mal leider ein wenig knapp und trotzdem freuten wir uns sehr als wir uns mit den betreuenden Lehrerinnen Frau Peters und Frau Blume am Flughafen trafen, bereit in den Flieger vom Leipziger Flughafen über München zu fliegen. Der kostenlose Kaffeeautomat versüßte vielen von uns die Pause, unsere Aufregung konnte sie leider nicht senken. Nach der Suche nach unserem Bus auf dem überaus großen Flughafen von Barcelona fuhren wir einige Stunden Richtung Huesca.

Ein paar Schüler verließen den Bus schon vor dem offiziellen Stopp, da nicht alle Schüler der IES Lucas Mallada in der Stadt, sondern im Internat wohnen. Das ist dort nicht gerade unüblich. Wie bei fast jedem Austausch ist das erste Zusammentreffen mit den anderssprachigen Schülern zögerlich.

Während die eine Hälfte von uns Deutschen nach Hause zu den Gasteltern fuhren und einen eher weniger spektakulären Abend erlebten, ging es für die andere Hälfte direkt ins Nacht- und Discoleben der jugendlichen Spanier.

Sonntag:

Der Sonntag war als Familientag geplant, doch viele schliefen sehr lange aus, manche verpassten auch das Frühstück. Während zwei Deutschen die Städte Madrid und Barcelona gezeigt wurden, sahen die anderen „nur“ Huesca selbst. Eine kleine Gruppe traf sich am Nachmittag bis zum Abend um gemeinsam Chocolate con Churros zu essen, eine Spezialität Spaniens. Sie besteht aus geschmolzener Schokolade in einer Tasse und fettigen waffelteigähnlichen „Stäbchen“. Insgesamt war es für viele ein guter Start in die Woche.

Montag:

Am ersten Programmtag trafen sich alle 8.45 Uhr im Foyer der Schule. Man könnte sagen, der Tag stand unter dem Motto Einführung. Wir wurden offiziell begrüßt, danach ging es mit unseren Austauschpartnern für 2 Stunden in den Unterricht. Als die Stadtführung, an der nur wir Deutschen teilnahmen, beendet war, trafen wir unsere Partner wieder. Viele Schüler gingen nach Hause, andere
nahmen an einem Theaterstück teil, was wir uns abends anschauten, und mussten noch einmal üben. An das Theaterstück anschließend gingen alle in die Bar „Sunset Boulevard“ um dort etwas zu trinken und zu quatschen. Gegen 23Uhr gingen auch die letzten nach Hause.

Dienstag:

Der darauffolgende Tag bestand hauptsächlich nur aus Führungen. Der Tag begann mit einem Ausflug in San Juan de la Pena und lernten etwas über das Königreich von Aragón kennen. Alle gemeinsam fuhren wir auch auf einen Berg, wo man eine grandiose Aussicht auf die Pyrenäen hatte. Man konnte auch die Sonne auf einer weiten Wiese genießen und archäologische Ausgrabungsstücke anschauen, die in einer großen Halle hervorragend präsentiert wurden. In der Stadt Jaca besichtigten wir ein weiteres Museum, hatten danach allerdings  Freizeit, um im Supermarkt Besorgungen zu machen, Souvenirs zu kaufen oder zu essen. Weit nach 18Uhr kamen wir wieder in Huesca an. Die Abendgestaltung blieb uns selbst überlassen.

Mittwoch:

Den heutigen Tag mussten die Spanier leider aussetzen und zur Schule gehen, während wir nach dem Schulmuseum ein Planetarium besichtigten, für einige von uns das erste Mal. Wirklich alle waren mit mindestens einem Ohr dabei, uns wurde alles sehr interessant (und teilweise kleine Sätze auf deutsch ;)) erklärt und auch gezeigt. Die folgende Burg „Castillo Románico de Loarre“ war ebenfalls eine äußerst wissensreiche Führung, bei der wieder so gut wie alle zuhörten. Für um die 20 Teenager zwischen 15 und 16 Jahre alt ein seltenes Wunder. Der späte Nachmittag und der Abend gehörten wieder uns Schülern, wobei die meisten wieder mit anderen durch die Stadt zogen.

Donnerstag:

Zaragoza, zu deutsch Saragossa geschrieben, blieb für viele als der beste Tag in Erinnerung. Nach einer längeren Busreise , ging es zuerst Chocolate con Churros essen. Für die, die die Erfahrung noch nicht gemacht hatten, war es eine ziemlich fettige Überraschung. Die Stadtführung und die Führung durch das alte Amphitheater der Großstadt waren wirklich cool. Auch das Parlamentgebäude von Aragón war äußerst interessant, so viel Spaß hat lernen selten gemacht. Wir haben sogar kurz eine der höchsten Politikerinnen Aragóns gesehen. Die Lehrer würden sich über die Aussage freuen, aber die Führungen waren nicht das beste an dem Tag. Das Einkaufszentrum Puerto Venecia war gigantisch! Jeder erdenkliche Laden war dort zu finden. Angefangen bei Primark über einen „Supermercado“ bis hin zu Taco Bell. Wirklich alle Mädchen verließen das Center nicht ohne mindestens eine Einkaufstüte. Manche haben bis zu  100€ dort gelassen. Unseren Spaniern hatten wir später zurück in Huesca eine Menge zu erzählen!

Freitag:

Der folgende Tag war dann verständlicherweise nicht halb so spektakulär. Wir verbrachten den Tag in Alquézar, Führungen eingeschlossen. Das beste an dem Programm sind die Höhlenmalereien gewesen, auch wenn fotografieren leider verboten war. (Fotos gibt es trotzdem seltsamerweise :D) Auf einer kleinen Wanderung steil bergab fanden viele von uns einen neuen Freund. „Bruno“, einen Straßenhund, den viele sofort ins Herz schlossen und gar nicht mehr gehen lassen wollten. Abends kehrten wir erst mehr als eine Stunde verspätet nach Huesca zurück und hatten somit nur eine Stunde, um uns für die  Abschlussveranstaltung fertig zu machen und zum „Sunset Boulevard“ zu gehen. Dort begann der für manche sehr lange Abend 21Uhr mit einem  gemütlichen, aber auch lustigen Abendessen. Natürlich feierten wir auch nach dem Gehen der Lehrer weiter und ohne genaue Details zu verraten, kann man sagen: die meisten hatten so ihren Spaß und so manche kamen auch ohne Schlaf an und mit dem Bus nach Barcelona! ;)

Samstag:

Die Busfahrt blieb wirklich sehr ruhig. Die meisten schliefen und nach ein paar Stunden in Barcelona begann unsere Reise zurück nach Leipzig. Mit kurzem Stopp in Frankfurt konnten alle Schüler von ihren Eltern kurz vor Mitternacht am Leipziger Flughafen in Empfang genommen werden. Alle freuten sich schon auf den Tag, an dem die Spanier endlich zu uns nach Leipzig kommen würden!

Jeanine Gebauer 10.4