Afrika-Café am Tag der offenen Tür 2015

Kuchen für Kamerun: „Reclam“ ist weltoffen

Großen Zuspruch fand am 17.01.2015 das beim Tag der offenen Tür mittlerweile schon zur festen Tradition gewordene Afrika-Café der Fachkonferenz Geographie.

Der Verkauf von selbst zubereitetem Chai Masala, fair gehandeltem Hibiskustee und Kaffee sowie zahlreichen kulinarischen Köstlichkeiten aus verschiedenen Regionen unserer Welt brachte den stattlichen Betrag von 384,88 Euro ein.

Wir richten ein herzliches Dankeschön an alle fleißigen Bäckerinnen und Bäcker, die z.B. namibischen Bananen- oder arabischen Mandelkuchen, Bananen-Kokosschnitten mit Obstsalat, Dattelkekse, brasilianischen Apfelkuchen, russischen Zupfkuchen, Pariser Puddingtorte, selbstkreierten Friedenskuchen, afrikanische Brezeln oder sächsischen Streuselkuchen zubereiteten. Es war alles sehr lecker!

Ein großer Dank auch an unsere fleißigen Schülerinnen und Schüler, die uns im Afrika-Café tatkräftig unterstützten oder den Verkauf von fair gehandelten Produkten aus dem Weltladen Connewitz übernahmen. Die zahlreichen Spender und Genießer trugen letztendlich zu dieser stattlichen Spendensumme bei.

Der Erlös geht an unser Schulprojekt „Bildungshilfe für Frauen und Mädchen der Mafa“ in Nordkamerun. Damit setzen auch wir einen wichtigen Akzent gegen die Bestrebungen der Terrorgruppe Boko Haram, die die Bildung von Mädchen auch im Norden von Kamerun aufs Brutalste bekämpft.

Zur aktuellen Situation in Nordkamerun können Sie hier einen Beitrag der DAFRIG Leipzig e.V. lesen.

Ulrike Geßner

Das Projekt „Bildungshilfe für Mädchen in Nordkamerun“

 

Schüler des Reclam-Gymnasiums haben am Sozialen Tag (2013) 753,50 Euro für Hilfsprojekte in Afrika „erarbeitet“.

50% des Spendenerlöses gehen an das Reclam-Schulprojekt im Dorf M´Lay im Norden Kameruns. Das Projekt „Bildungshilfe für Mädchen in Nordkamerun“ wird in Kooperation zwischen der Deutsch-Afrikanischen-Gesellschaft (DAFRIG-Leipzig) und dem Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium seit drei Jahren tatkräftig unterstützt.

Die Spendenmittel haben 2013 neun weiteren Mädchen die Chance gegeben, die Schule zu besuchen. Insgesamt werden jetzt 29 Mädchen gefördert, die sonst nicht die Mittel für das Schulgeld, die Schulbücher und andere Unterrichtsmaterialien aufbringen könnten. Einige der geförderten Mädchen gehen auf das lokale Gymnasium. Diese bekommen auch ihre Schuluniform und eine Petroleumlampe gestellt, damit sie auch nach Sonnenuntergang noch Hausaufgaben machen können. Eine Waise, die das Klassenziel nicht erreicht hat, weil sie zu sehr mit der Haus- und Feldarbeit belastet wurde, bekam die  Chance, die fünfte Klasse im Gymnasium zu wiederholen. Ein anderes Mädchen hatte kürzlich das Unglück, dass das Gehöft ihrer Eltern abbrannte. Es passiert leicht, dass in den traditionellen Gehöften die Dächer aus Hirsestängeln Feuer fangen, und in Windeseile hat die Familie all ihr Hab und Gut verloren. Dieses Mädchen bekam die Schulmaterialien aus dem Projektfond ersetzt.

Die DAFRIG-Leipzig, ihr Partnerverein in Kamerun und die geförderten Mädchen danken den Schüler/innen und Lehrerinnen des Reclam-Gymnasiums für ihr Projektengagement und die beim Afrika-Café am Tag der offenen Tür und im Rahmen des Sozialen Tages der Aktion Tagwerk eingeworbenen Spendengelder.

Im nächsten Schuljahr hoffen weitere Mädchen darauf, ins Programm aufgenommen zu werden. Von den Grundschülerinnen wollen einige auf das kostenintensivere Gymnasium wechseln. Die 16-jährige Yaoudam Helene aus Houva hofft darauf, das Abitur zu bestehen. Mit diesem Abschluss möchte sie eine Ausbildung in der Stadt machen oder studieren. Das erfordert weitere finanzielle Mittel. Aber wir wollen ihr Mut machen, dass sie es vielleicht als erstes Mädchen aus den Bergen im Norden Kameruns schafft, sich eine eigenständige Existenz aufzubauen.

Eine Mutter zweier Kinder und  Mitglied in dem lokalen Förderverein A.A.F.M.H.L. (Association d’Appui aux Filles de M’lay, Houva et Ldama): „Ich hätte gern einen Schulabschluss gemacht. Aber weil ich keine Eltern hatte, die mir das bezahlen konnten, musste ich mit 16 Jahren heiraten.“

Frau Prof. Kossack, DAFRIG-Leipzig, Februar 2014

Kreativhaus
Kreativhaus
Kreativhaus
Bastelarbeiten
Klassenzimmer
Das Reclamgymnasium in Brufut

Schulprojekt „Bildung für Mädchen in Nordkamerun“

Projektbeschreibung

Bei dem 2011 ins Leben gerufenen Projekt handelt es sich um eine Initiative der Deutsch-Afrikanischen Gesellschaft Leipzig (Dafrig). Die Initiatoren, Prof. Dr. Godula Kosack, und Dr. Jürgen Kunze wandten sich an die Reclamschule, um einen Partner für eines der Ergebnisse ihrer Feldforschung zu finden. Unter der Fragestellung "Was geht uns Afrika an?" wurde an Hand von konkreten Beispielen aus Nordkamerun im Rahmen des bilingualen Geographieunterrichts an ersten Fragen gearbeitet, eine kluge und sensible Hinführung zum eigentlichen Anliegen unternommen.

Dieser Versuch war äußerst erfolgreich, denn mittlerweile ist seit drei Jahren die Zusammenarbeit mit der Dafrig und den billingulan Klassen der Jahrgangsstufe 7 fester Bestandteil des Geographieunterrichtes. Unter dem Thema: “ Annäherung an Afrika” erfolgt ein globales Lernen zur Geschichte, zu Lebenswelten und Entwichlungsprojekten Afrikas. Eine ernstzunehmende Anzahl von Jugendlichen bildet eine Gruppe, die im Rahmen der Ganztagsangebote am oben genannten Projekt  und dem Aufbau einer Schulpartnerschaft in Kamerun arbeitet. Dank der Unterstützung der Dafrig zu inhaltlichen Fragen ist ein reger Briefwechsel zwischen unseren Schülern und denen der Schule in Guzda/Nordkamerun zustande gekommen, den es zu erhalten und auszubauen gilt. Die Kommunikation findet in französischer Sprache statt. Hauptzielgruppe sind die Mädchen der Ethnie der Mafa. Das Projekt trägt die Struktur einer schulischen und außerschulischen Partnerschaft, verkörpert von den kooperativen Schulen des DFBZ und dem Stadtteilladen Messemagistrale.

Dazu finden seit zwei Jahren schulische Veranstaltungen und Aktivitäten für die Schulpartnerschaft in Kamerun statt, wie z.B.: Elternabende,Teilnahme am Sozialen Tag, Infostand und Basare zum Schulfest und zum jährlichenTag der offenen Tür an der Reclamschule.

Im nächsten Schritt werden die beiden Lehrerinnen, Frau Ulrike Geßner für den Fachbereich Geographie, und Frau Birgit Jentzsch für den Fachbereich Französisch, vom 02.02.2013 bis 15.02.2013 nach Guzda reisen. Sie werden ihre Kollegen treffen und über weitere Inhalte der Beziehungen diskutieren. Eines der Ziele soll sein, die Möglichkeiten der schulischen Bildung der Mädchen voranzutreiben.

Ulrike Geßner

Rückblick und Reisebericht nach „The Gambia“ im Oktober 2012

Im Folgenden möchte ich einen Rückblick sowie einen Ausblick über unsere die Entwicklung unserer Schule in Brufut und die Partnerschaft mit dem Reclam-Gymnasium in Leipzig geben.

In den vergangenen Herbstferien waren Leipziger Mitglieder des Vereins „Sociales for The Gambia e. V.“ in Gambia. Sie schildern ihre Erlebnisse:

„Gerade ist Hochsaison der Malaria, da in diesem Jahr die Regenzeit extrem lang und sehr intensiv war. Schulkinder und Lehrer unserer Schule in Brufut sind sehr heftig an Malaria erkrankt. Außerdem kommen Kinder mit offenen Wunden und Exemen in die Schule. Die kleine Medizinstation an unserer Schule kann nur bedingt helfen. Man lebt gleichermaßen mit Geburt und dem Tod.

Wenn wir das Schulgrundstück betreten, hören wir das uns sehr vertraute lautstarke Zählen und Buchstabieren unserer Jüngsten. Unser schöner runder „Tilli- Kaira- Bungo“ (Kreativhaus) strahlt uns mit seinem roten Dach entgegen. Die Kinder freuen sich sehr uns zu sehen und entsprechend herzlich ist die Begrüßung.“

Inzwischen lernen in der Schule 565 Mädchen und Jungen in je zwei Klassenstufen in der Vorschule und je zwei Zügen in den Klassenstufen der 1. bis zur 6. Klasse an der Primary School in Brufut.

Die Briefe der Reclam-Schüler der Klassen 7.1 und 7.5 wurden mit großer Freude in Empfang genommen. Stolz halten die Kinder in Brufut ihre Post mit kleinen Geschenken für ein Gegenfoto für die Schüler in Leipzig in die Kamera. Der Briefkontakt besteht nun schon das dritte Schuljahr, also seit der fünften Klasse.

Inzwischen haben die gambianischen Schüler ihre Schulzeit  an der Brufuter Schule beendet. Ein deutscher Schüler, der Post vom einem langjährigen Freund in Brufut zurückbekommen hat, weiß nun, dass sein Briefpartner die 7. Klasse an einer weiterführenden Schule besucht.

Diese weiterführende Schulbildung wird vom Verein weiter mit finanziert.

Für einige unserer Schüler kam inzwischen Post von einem neuen Brieffreund der jetzigen 5. Klasse an, da ihre bisherigen Briefpartner nach sechs Jahren die Schulzeit beendet haben oder sie im Ausbildungszentrum lernen und arbeiten.

Im Ausbildungszentrum erlernen momentan 25 Mädchen und Jungen die Schneiderei.

Sie nähen z. B. neue Schuluniformen oder bessern die alten Uniformen aus. Wenn sie das Nähhandwerk beherrschen, sollen Sachen für den Verkauf angefertigt werden, sodass durch den Erlös das Schulprojekt mit finanziert werden kann.

Ein zweites Ausbildungsgebäude ist inzwischen fertig. Hier soll das Schreinerhandwerk gelehrt werden.

Leider ist gegenwärtig die Arbeit im Kreativhaus bis auf Musik und Sport nicht möglich, da unser Kreativlehrer Mr. Manlaffi für eine erkrankte Lehrerin die erste Klasse übernehmen musste. Im neuen Jahr soll die Arbeit wieder beginnen.

Sehr beliebt ist nach wie vor der Fußball und vielleicht entdecken die Kinder auch ihre Liebe zum Handball, wenn sie dazu Anleitung erhalten. Ab diesem Schuljahr bereiten sich die Mädchen der AG Afrika aus der Klasse 10.3 auf ein Handball-Projekt in Gambia vor. Mit Hilfe des Handball- Vereins Sachsen e. V. werden wir gemeinsam 2014 mit unserem sportlichen Projekt im Gepäck nach Gambia reisen.

Über unser geplantes Projekt und die Reise berichten wir in Kürze.

Herzliche Grüße und Abaraka Bake.

Ulrike Geßner