27.03.2018 20:43 Alter: 26 days

Das SMK informiert: Leistung macht Schule: Sachsen fördert leistungsstarke Schüler

Information vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus vom 15.03.2018

Sachsen beteiligt sich mit zehn Gymnasien an der „Gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler“. Die Auftaktveranstaltung dazu fand mit Kultusminister Christian Piwarz und Kultus-Staatssekretär Herbert Wolff am 20. März 2018 in Dresden statt.

„Dass die Verstärkung der Begabtenförderung im völligen Konsens aller Bundesländer und mit dem Bund erfolgt und dass sie als allgemeiner Auftrag von Lehrern und Schule gesehen wird, ist ein bedeutsamer Schritt. Mit gewissem Stolz können wir sagen, dass es Sachsen war, das das Thema immer wieder in die Diskussionen der Kultusministerkonferenz eingebracht hat“, betont der Staatssekretär.

Die gemeinsame Initiative von Bund und Ländern „Leistung macht Schule“ startete am 30. Januar 2018 in Berlin. In den kommenden zehn Jahren sollen damit die schulischen Entwicklungsmöglichkeiten talentierter Kinder und Jugendlicher - unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Status - im Regelunterricht gefördert werden. Die Bund-Länder-Initiative wurde Ende 2016 von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesbildungsministerium beschlossen. Bund und Länder stellen zu gleichen Teilen insgesamt 125 Millionen Euro bereit. In der ersten Phase (2018-2022) nehmen bundesweit 300 Schulen aus dem Primar- und Sekundarbereich an der Initiative teil.

Die Schulen werden im Rahmen der Bund-Länder-Initiative von einem Forschungsverbund aus 28 Wissenschaftlern von 16 Universitäten und Hochschulen wissenschaftlich begleitet.

Prof. Dr. Friedhelm Käpnick von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster wird während der Auftaktveranstaltung Sachsens mit den Kollegen der Schulen darüber sprechen, wie die Wissenschaftler im Zuge eines breit angelegten Schulentwicklungsprozesses gemeinsam mit den Lehrkräften eine leistungsfördernde Schulkultur entwickeln wollen.

Zudem sollen eine kooperative Netzwerkstruktur aufgebaut und didaktische Konzepte entwickelt werden. In der zweiten Phase der Bund-Länder-Initiative geht es dann darum, die von Schulen und Forschungsverbund gemeinsam entwickelten Konzepte, Maßnahmen und Materialien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu evaluieren und weiteren Schulen zur Verfügung zu stellen.

Ebenso begleitet auf ihrem Weg zur Konsultationsschule bzw. zum Kompetenzzentrum für Begabungs- und Begabtenförderung und im Rahmen der Bund-Länder-Initiative werden die 10 Gymnasien von der sächsischen Beratungsstelle zur Begabtenförderung in Radebeul. Darüber hinaus führt die Beratungsstelle zur Begabtenförderung Einzelfallberatungen von Schülerinnen und Schülern sowie schulinterne und zentrale Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte durch und berät und begleitet Fördermaßnahmen für begabte Schülerinnen und Schüler.

Die teilnehmenden 10 sächsischen Gymnasien sind: 

  • ·        Humboldt-Gymnasium Radeberg (SL Frau Elke Richter)
  • ·        Gymnasium Dresden-Plauen (SL Herr Uwe Hofmann)
  • ·        Gymnasium St. Augustin zu Grimma (SL Herr Dr. Wolf-Dieter Goecke)
  • ·        Johannes-Kepler-Gymnasium Chemnitz (SL Herr Stephan Lamm)
  • ·        Anton-Philipp-Reclam-Schule – Gymnasium der Stadt Leipzig (SL Frau Dr. Petra Seipel)
  • ·        Goethe-Gymnasium Bischofswerda (SL Herr Bodo Lehnig)
  • ·        Franziskaneum Meißen (SL Frau Heike Zimmer)
  • ·        Lessing-Gymnasium Hoyerswerda (SL Frau Katharina Michelfeit)
  • ·        Immanuel-Kant-Schule – Gymnasium der Stadt Leipzig (SL Frau Heike Palluch)
  • ·        Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau (SL Herr Dr. Dietmar Stephan)

Informationen zur Begabtenförderung in Sachsen

In Sachsen hat die Begabtenförderung schon seit jeher einen hohen Stellenwert und eine jahrzehntelange Tradition. Das sächsische Konzept zur Begabtenförderung umfasst die Bildungsbiografie von der Kindertagesstätte über den Primar- und Sekundarbereich bis hin zur Hochschule.

Seit vielen Jahren praktiziert der Freistaat ein umfassendes System der Begabtenförderung. Einen Schwerpunkt bilden die Gymnasien mit vertiefter Ausbildung, die ein Bildungsangebot für besonders begabte Schülerinnen und Schüler darstellen. In diesen Schulen erfahren mathematisch-naturwissenschaftlich, sprachlich, musisch oder sportlich besonders begabte Schülerinnen und Schüler eine spezifische Förderung.

Für Schüler, die Begabungen in mehreren Gebieten aufweisen, wurde in Meißen 2001 das Sächsische Landesgymnasium Sankt Afra als Ganztagsgymnasium mit Internat für Hochbegabte eröffnet.

Darüber hinaus hat Sachsen gemeinsam mit der Karg-Stiftung das Projekt GIFted durchgeführt und ein Netzwerk zur integrativen Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler gegründet. Die in diesem Projekt entwickelten Strukturen und Angebote werden gegenwärtig an den 10 Gymnasien, die sich auch an der Bund-Länder-Initiative beteiligen, nachhaltig verankert. Diese Schulen sind zugleich Konsultationsschulen und Kompetenzzentren für Begabungs- und Begabtenförderung und zählen zu den aktivsten und profiliertesten auf dem Gebiet der Begabtenförderung.