Gemeinsamer Schüleraustausch des Deutsch-Französischen Bildungszentrums

mit dem Collège Guy Mollet aus Lomme (29.03.2014- 04.04.2014)

Fast eine Woche hielten sich 10 Schüler aus Lomme (bei Lille) in Leipzig auf. Jeweils 5 Schüler vom Reclam-Gymnasium und der Georg-Schumann-Schule aus den 8. und 9. Klassen nahmen an dem Austausch teil. Es war eine schöne Woche, und alle freuen sich jetzt, die französischen Austauschschüler im Mai in Lomme wiederzusehen.

Frau Wohlfahrt vom Reclam und Frau Otto von der Georg-Schumann-Schule begleiteten uns die ganze Woche über. Die Gruppe aus Lomme wurde von Madame Tellier und dem Sportlehrer Monsieur Gervais angeführt.

Am Samstagabend des 29. März 2014 kamen die Austauschschüler am Bahnhof an. Es gab davor ein wenig Verwirrung, weil sie mit einem späteren Zug ankamen als geplant. Viele erkannten ihre „Corres“, denn sie hatten bereits seit Ende des letzten Jahres Kontakt per Telefon, Brief oder Internet und begrüßten sie herzlich. Jeder nahm seine/seinen Corres mit nach Hause. Dort wurde erst einmal die Wohnung gezeigt und die Geschwister vorgestellt. Beim Abendessen lernte man sich schon etwas besser kennen. Die Austauschschüler telefonierten oder schrieben mit ihren Eltern, dass sie alle gut angekommen sind und so ging der Tag zu Ende.

Am Sonntag konnte man sich entscheiden, was man mit den Corres unternehmen will. Wegen des schönen Wetters gingen die meisten in den Zoo. Am Abend unterhielt man sich oder spielte etwas zusammen. So klang der Tag aus.

Am Montag waren wir in der Georg-Schumann-Schule, und Herr Baumann (Schuldirektor der Georg-Schumann-Schule) begrüßte uns in der Aula. Danach spielten wir Kennlernspiele mit den Austauschschülern. Nachdem wir damit fertig waren, frühstückten wir gemeinsam. Später machten wir in Vierergruppen eine Stadtrallye durch Leipzig, schließlich sollten die Franzosen ja die Stadt sehen. Danach gingen wir ins Artistenkombinat Leipzig, wo wir übten zu jonglieren, mit Flowersticks zu arbeiten oder wie man menschliche Pyramiden aufbaut. Später hatten wir einen freien Nachmittag. Wir konnten in die Stadt gehen oder die Austauschschüler zu unseren Freizeitaktivitäten mitnehmen.
Am Dienstag trafen wir uns wieder in der Georg-Schumann-Schule und lernten, wie man Graffiti zeichnet. Wir hatten nur vergessen, dass es der 1. April war und die Lehrer machten einen Aprilscherz mit uns. Sie erzählten uns, die Lokführer würden am Tag der Abreise streiken und die Corres müssten noch länger bleiben… Nach der Auflösung des Scherzes gab es einige Verwirrung und unterschiedliche Reaktionen bei uns. Einigen hätte eine Verlängerung des Austausches gut gefallen, andere atmeten auf, dass es nur ein Scherz war. Am Nachmittag gingen wir ins Reclam-Gymnasium und hatten dort eine Geographie Stunde über Berlin, wo uns ein Ausflug am nächsten Tag hinführen sollte. Danach fand ein Hip-Hop-Workshop statt. Die beiden Workshops für Graffiti und Hip-Hop-Tanzen wurden von Mitgliedern des Vereins Eduventis e.V. durchgeführt.

Am Mittwoch fuhren wir nach Berlin. Dort gingen wir zum Checkpoint Charlie und zum Asisi Panometer, der sich dem Thema "Die Mauer" widmet. Wir hatten auch Freizeit und gingen in ein Einkaufszentrum am Potsdamer Platz. Nachdem wir uns alle wieder getroffen haben, fuhren wir mit dem schnellsten Aufzug Europas (Druck in den Ohren!) zum Panoramapunkt auf den Kollhoff-Tower am Potsdamer Platz. Dort genossen wir einen tollen Blick auf die Hauptstadt. Dann stiegen wir in die U-Bahn und fuhren zum Brandenburger Tor, wo wir Gruppenfotos machten. Von dort aus liefen wir zum Bundestag und machten eine kleine Pause, um ihn von außen genauer zu betrachten. Wir nahmen die neue U-Bahn zum Hauptbahnhof und fuhren nach Leipzig zurück.

Am Donnerstag haben sich drei Gruppen gebildet: eine Artistik-, eine Hip-Hop- und eine Graffitigruppe. Die Graffitigruppe sprühte nun ihre Ideen auf Leinwände, die HipHop-Gruppe übte die Choreographie und die Artistik-Gruppe ihre Kunststücke für die Abschlussveranstaltung. Danach hatten wir Zeit, um nach Hause zu gehen oder noch einmal die Stadt zu besichtigen. Um 15:00 Uhr trafen wir uns in der Aula der Georg-Schumann-Schule zur Generalprobe, bevor die Eltern kamen. Frau Dr. Trotte (Schuldirektorin vom Reclam Gymnasium) begrüßte die Austauschschüler vor der  "Fête du printemps au FRANZ" noch einmal und freute sich, wie gut dieser Austausch in Leipzig angenommen wurde.

Die Vorstellung verlief sehr gut, denn alles hat geklappt und es gab großen Applaus. Nach der Präsentation fand die Abschlussfeier statt. Es wurde gegrillt, gegessen, getrunken und sehr viel geredet. Alle Eltern hatten etwas zu Essen mitgebracht. Am Ende waren die Corres sehr laut und lustig und sangen Lieder. Sie freuten sich wahrscheinlich auch auf zu Hause. Gegen 20 Uhr war die Abschlussfeier zu Ende. Manche gingen danach noch auf den MDR-Turm oder nach Hause.

Am Freitag auf dem Bahnsteig 11 stand der Abschied bevor. Einige weinten richtig, obwohl sich alle im Mai schon wiedersehen. Nachdem der Zug abgefahren war, machten wir mit Frau Wohlfahrt und Frau Otto eine kurze Auswertung. Danach hatten wir sogar noch zwei Stunden Unterricht!
In einem sind wir uns alle einig: es war eine schöne Woche. Und: Nach dieser Woche hatten wir alle Beinschmerzen und Muskelkater.
Wir bedanken uns bei Frau Wohlfahrt und Frau Otto für die Organisation dieses Austausches.

Lea Middell, Klasse 8.1

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« Vivre son corps, vivre avec l’autre »

das war das Thema für die Schüler und Schülerinnen der 8. Klassen während des zweiten Teils des ersten gemeinsamen Schüleraustausches im Rahmen des Deutsch-Französischen Bildungszentrums.

Nachdem wir unsere französischen Gäste im Frühjahr in Leipzig empfangen hatten, fuhren wir nun endlich vom 02.-09.06.2012 nach Lomme, eine der Vorstädte der nordfranzösischen Stadt Lille.

In Lomme fanden wir ideale Bedingungen, um das Thema umzusetzen:

  1. Die Schule arbeitet seit Jahren erfolgreich im Bereich des Sports und verfügt demnach über sehr engagierte und ambitionierte Lehrkräfte.
  2. Die in der Stadt angesiedelte und von der Stadt kofinanzierte Zirkusschule ist auch Partner der Schule.
  3. Es steht ausreichend Raum zur Verfügung, um sportlich tätig werden zu können: die Sporthalle der Stadt, der Stadtpark, der Sportpark Willems

Sport heißt körperliche Betätigung und damit verbunden das Ausloten physischer und psychischer Grenzen, was dem Alter der Schüler entspricht und entgegenkommt. In unserem Projekt  waren alle sportlichen Aktivitäten an den Austauschpartner gekoppelt, d.h.  Partnerschaftlichkeit und Fairness waren oberstes Gebot.

In der Zirkusschule wurde am Trapez gearbeitet: dem Partner wurde Hilfestellung gegeben, für seine Sicherheit gesorgt; anschließend erfanden die deutsch-französischen Paare in Windeseile kleine aber sehr aussagekräftige pantomimische Beiträge.

Ein gesamter Vormittag war dem Vertrauen gewidmet. Dafür hielten die Sportlehrer eine breite Palette von Übungen bereit, die nur gemeinsam, mindestens zu zweit, bewältigt werden konnten.

Während des Orientierungslaufes war jeder auf seinen Partner angewiesen, um die Markierungen und letztendlich den Rückweg zu finden.

Der krönende Abschluss aller Aktivitäten war zweifelsfrei der Tag im Sportpark Willems: Bogenschießen, Kletterwald, Kajakfahren. Wie halte ich den Bogen? Wie das Paddel? Ist die Klettermontur richtig angelegt? Ich zeige es dir. Ich helfe dir. Sicherlich klingt das banal. Ist es aber nicht, denn es zeugt von Vertrauen in den anderen und von fremdsprachlichem Mut bzw. Sicherheit.

Es war unsererseits nie notwendig, an die Partnerschaftlichkeit zu appellieren. Sie war präsent, wurde gelebt. Selbst die kleine Modenschau am Abschlussabend war davon geprägt: In der jeweils anderen Sprache wurde der Partner in den gemeinsam ausgewählten und farbenfroh zusammengestellten Kostümen präsentiert.

Wir sind davon überzeugt, dass diese Formen des Sports hervorragend geeignet sind, das zu unterstützen, was Ziel eines Schüleraustausches ist: Den anderen in seinem Umfeld kennen lernen, ihm zu vertrauen und das Anderssein als Bereicherung zu leben. Nicht zuletzt leben wir Lehrer und Lehrerinnen den Gedanken des vertauensvollen Miteinanders vor. Die Zusammenarbeit mit unserem Partner im DFBZ, der Georg-Schumann- Mittelschule, hat sich als Erfolg erwiesen und sollte beibehalten werden. Dieser Austausch wird im zweijährigen Rhythmus statt finden und dem Zusammenleben im Rahmen des Deutsch-Französischen Bildungszentrums eine weitere besondere Note geben.

Birgit Jentzsch

Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium

Ilka Otto

Georg-Schumann- Mittelschule Leipzig